Get Adobe Flash player

Besucher Online:

  • 9303Besucher seit dem 10.6.12:
  • 1Besucher momentan online:

Geschichte

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg zeigten sich bei internen, geselligen Zusammenkünften des Instrumentalverein Hilfarth die karnevalistischen Talente verschiedener Musiker. Da ein Musikverein ein teures Unternehmen ist, kam man nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Gedanken, während der Karnevalszeit die Kasse mittels karnevalistischer Darbietungen aufzubessern. So machten 1949 die Musikschüler und der Vorstand einen Karnevalszug durch den Ort, bei dem ein Schwein in einem Handwagen durch den Ort gezogen und zur Verlosung angeboten wurde.

1951 kam es im Saal Sodekamp zur ersten Kappensitzung. Bestritt man die Sitzungen zunächst noch mit Unterstützung auswärtiger Kräfte, so sammelten sich schnell Hilfarther Freunde des Karnevals um den Instrumentalverein. Bald konnten die Sitzungen ausschließlich mit eigenen Kräften durchgeführt werden. Während des Besuchs einer Karnevalsveranstaltung in Übach-Boscheln wurde den Hilfarther Karnevalsfreunden der Name „Trötemänn“ verliehen.

Motto
Das heute noch gültige Motto „Alaaf Helfeth, on wenn et versüppt“ entstand in den Anfangsjahren des Hilfarther Karnevals. Einige Tage vor einer Sitzung war der Ort aufgrund eines außergewöhnlichen starken Hochwassers der Rur mit Ausnahme des Zugangs über die Rurbrücke von der Außenwelt abgeschnitten.
Man war sich nicht schlüssig, ob die Kappensitzung durchgeführt werden sollte oder nicht. Schließlich entschied man nach dem Prinzip – „jetzt erst recht“ -. Der volkstümliche Karneval, wie man ihn in Hilfarth feiert, war sehr schnell sehr beliebt. Bereits 1958 wurde wegen der großen Nachfrage des Publikums eine zusätzliche Kappensitzung mit dem gleichen Programm dargeboten.

3 Kappensitzungen
Seit 1973 gibt es sogar jährlich 3 Sitzungen mit gleichem Programm. Der Hilfarther Karneval ist über die Stadtgrenzen Hückelhovens hinaus bekannt. Die Zuschauer kommen aus vielen Teilen Deutschlands zu den „Trötemänn“, beispielsweise aus Mühlheim an der Ruhr, aus Hamburg, aus Berlin, und sogar aus den Hochburgen des Karnevals, aus Düsseldorf und Köln.
War der karnevalistische Betrieb zu Beginn noch sehr holprig und zuweilen unausgegoren, so ist das Karnevalstreiben heute gut organisiert. Dies ist vor allem den Karnevalsfreunden zu verdanken, die dem Blasorchester nicht aktiv angehörten bzw. angehören. Gruppen wie die Trötemänn (Blasorchester), Elferrat, Funkengarde, „Spennches“, „Rurkosaken“ , „Charly-Boys“, „Dream-Team“, „Akrobengels“, „Klöpper“, die „Sänger der Schunkellieder“, die „Vier von der Eierquell“ und – nicht zu vergessen – die hervorragenden Büttenasse (zur Zeit neun Büttenredner als Duo oder Soloauftritt) haben den Hilfarther Karneval geprägt. Diese Aufzählung macht deutlich, dass man eine größere Zahl an künstlerischen Darbietungen mit eigenen Kräften gestalten konnte und kann.

Ehemalige
Spennches
Bei den „Spennches“ handelt es sich um eine Gesanggruppe, die seit Anfang der fünfziger Jahre bis Mitte der neunziger Jahre mit Gitarren- und Akkordeonbegleitung auftrat. In ihren Liedern beschäftigten sie sich mit der großen Politik oder lokalen Begebenheiten. Der Name „Spennches“ hat im Übrigen einen konkreten Bezug zu Hilfarth, dem Korbmacherdorf. Ein „Spennche“ ist ein kleiner runder Korb ohne Henkel, gefertigt aus braunen Weiden. Dieser Korb wurde mit Heu oder Hafer gefüllt und am Kopf der Pferde befestigt.

Rurkosaken
Die „Rurkosaken“ war ein als Kosaken verkleideter Männerchor, der bis Mitte der Sechziger Jahre auftrat und Lieder auf Hilfarther „Platt“ (Mundart) vortrug.

Aktuell
Charly Boys
Die „Charly Boys“ waren ein Männerballett, das sich 1980 zunächst als nostalgische Turngruppe gründete. Leiter der Gruppe war Karl (Charly) Barth, so kam es zu dem Namen „Charly´s Boys“ oder Charly Boys.

Dream-Team
Das “Dream-Team” war ebenfalls ein Männerballett, dessen Mitglieder bei der Gründung alle zwischen 18- und 20 Jahren jung waren. Da sie so jung waren, konnte es sich nur um ein „Dream-Team“ handeln.

 

Akrobengels
Bei den „Akrobengels“ handelt es sich um eine aus jungen Frauen bestehende Tanzgruppe, deren Auftritte mit tänzerischen Einlagen und viel Akrobatik ausgestattet sind. Die Wortteile des Namens leiten sich her aus Akro = Akrobatik und Bengels = (B) Engel.

Klöpper
De „Klöpper“ sind eine Musikgruppe, bei der der Schlagzeuger anfangs sehr dominant war. Aus diesem Umstand leitet sich der Name ab; das Wort „Klöpper“ entstammt dem Hilfarther „Platt“ und bezeichnet einen fest Klopfenden oder hart Schlagenden.

Vier von der Eierquell
Die „Vier von der Eierquell“ sind eine Gesangsgruppe, die zu bekannten Melodien Lieder mit eigenen Texten vorträgt. Der Name leitet sich ab von einem Titel der „Bläck Fööss“, zu deren Fangemeinschaft die Sänger gehören.

Sitzungspräsidenten
Bezeichnend für den Hilfarther Karneval ist der Umstand, dass es in 61 Jahren nur 5 Sitzungspräsidenten (Anton Langen, Josef Gau, Martin Henßen, Karl-Heinz Meyer und Hermann-Josef Knur) gab, und die aktiven Karnevalisten den Trötemänn Jahrzehnte die Treue halten.

Organisation
1986 wurde die Organisation der Kappensitzungen, informell (nicht durch Statut) einem Gremium übertragen, dessen Mitglieder (mit Ausnahme eines Vorstandsmitglieds) nicht im Instrumentalverein musizieren. Diese organisatorische Maßnahme war notwendig, weil die Vorbereitung der Kappensitzung mittlerweile einen Zeitaufwand erforderte, den der Vorstand des Instrumentalvereins nicht leisten konnte.

Am Ablauf der Kappensitzungen sind heute rund 120 Personen vor, auf und hinter der Bühne beteiligt.

Die Namensgebung
Der Name „Kappensitzung“ ist im übrigen darauf zurückzuführen, dass in früheren Zeiten alle Besucher eine aus Papier hergestellte Mütze (Kappe) erhielten. Seit Mitte der 80er Jahre nehmen die Funkengarden der Trötemänn am Tanzturnier der Vereinigung der Karnevalsgesellschaften der Erkelenzer Lande e.V. teil, um ihr Können von einer Jury nach den Regeln des Bundes Deutscher Karneval beurteilen zu lassen.

Mitgliedschaft
Wegen neuer Regelungen des BDK (Bund Deutscher Karneval) für den Tanzsport war Anfang der 90er Jahre eine Turnierteilnahme ohne Mitgliedschaft im BDK nicht mehr möglich. Um den Tanzgarden weiterhin die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben, stellten die „Trötemänn“ Ende 1991 den Antrag auf Aufnahme in den Bund Deutscher Karneval.
Seit dem 1. Januar 1992 ist der Instrumentalverein Hilfarth „De Trötemänn“ nun Mitglied im Bund Deutscher Karneval. Bis zum heutigen Tag nehmen die Garden aller Altersklassen am Turnier der Vereinigung der Karnevalsgesellschaften der Erkelenzer Lande e.V. teil, und sind mit sehr guten Plätzen belohnt worden.

Der Nachwuchs
Die „Trötemänn“ sind selbstverständlich um den Nachwuchs bemüht. Bis Anfang der 70er Jahre organisierte ausschließlich die Schule den Kinderkarneval in Hilfarth. Danach übernahmen die „Trötemänn“ die Organisation der Kindersitzung. Die Sitzung der „Trötemännkes“ wird – unterstützt von einigen Erwachsenen – nur von Kindern gestaltet. Bei diesen Sitzungen wirken fast 90 Kinder mit, so als Sitzungspräsident, Elferrat, Gesangsgruppen, Garde II, Böchseböäm I und II, der Turngruppe mit akrobatischen Übungen zu Musik und als Büttenredner. Der talentierte Nachwuchs wechselt dann mit rund 16 Jahren zu den „Trötemänn“ über.

Veranstaltungsort
Doch das alles war und ist nur möglich wegen der guten Stube des Vereins dem Lokal Sodekamp-Dohmen. Seit nunmehr 61 Jahren ist das Haus Sodekamp-Dohmen die Heimat der „Trötemänn“. Die Räumlichkeiten sind ideal für karnevalistische Veranstaltungen. Zudem gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Wirtsleuten immer hervorragend, weil diese die Vorstellungen der „Trötemänn“ über die Förderung des heimatlichen Brauchtums Karneval stets teilten.

Erlös
In 61 Jahren organisiertem Sitzungskarneval der Trötemänn ist man nicht davon abgewichen, die Einnahmen der Kappensitzungen zur Aufbesserung der Kasse des Instrumentalvereins Hilfarth zu verwenden. Es versteht sich, dass alle an den Kappensitzungen Mitwirkenden keine finanzielle Zuwendung erhalten; sie setzen sich vielmehr ehrenamtlich für das Brauchtum Karneval in Hilfarth ein.